Microsoft beendet seinen Azure-Revenue-Share mit OpenAI. OpenAIs CFO warnt intern, dass Compute-Verträge zum Risiko werden. Meta zieht sein Capex-Budget für 2026 auf 145 Milliarden Dollar hoch — und die Aktie verliert sieben Prozent.
Drei Signale, eine Wahrheit: Die Branche definiert sich nicht mehr über Modelle. Sie definiert sich über Cashflow.
145 Mrd
Meta Capex-Prognose 2026 — Aktie fällt 7% (29.04.)
+28%
AWS Q1 Wachstum — schnellster Sprung seit 15 Quartalen
86%
GPT-5.5 Hallu-Rate — vs. Opus 4.7 mit 36%, Gemini 3.1 Pro mit 50%
Restrukturierung Microsoft beendet Azure-Revenue-Share — 27. April
Microsoft verzichtet ab sofort auf den Anteil am Azure-Umsatz, den OpenAI als Cloud-Mieter generiert. OpenAI bleibt bis 2030 verpflichtet, 20% der eigenen Umsätze an Microsoft abzuführen. Das Bündnis wird einseitiger — der Compute-Tausch ist beendet, die Liefer-Verpflichtung bleibt.
Krise CFO warnt intern vor Compute-Verträgen
Sarah Friar (CFO) räumt im Leadership-Meeting ein, dass Umsatz und Nutzerwachstum unter Plan liegen. Sie befürchtet, dass OpenAI seine künftigen Compute-Verpflichtungen nicht mehr bedienen kann, wenn die Top-Line nicht schnell wächst (Wall Street Journal). Parallel berichtet Ming-Chi Kuo: Smartphone-Projekt mit MediaTek + Qualcomm + Luxshare in Vorbereitung.
Pricing GPT-5.5 — doppelter API-Preis, halluziniert weiter
Seit 23. April live, in dieser Woche im Fokus der Diskussion: API-Preise verdoppelt auf 5 / 30 Dollar pro Million Tokens (Pro-Variante: 30 / 180). OpenAI argumentiert mit ~40% weniger Output-Tokens pro Codex-Task → effektiv "nur" 20% teurer. Aber: Halluzinationsrate laut The Decoder bei 86% — Claude Opus 4.7 liegt bei 36%, Gemini 3.1 Pro bei 50%.
Cloud-Boom Alphabet +22%, Google Cloud erstmals über 20 Mrd
Alphabet meldet das schnellste Umsatzwachstum seit fast vier Jahren. Google Cloud reißt erstmals die 20-Milliarden-Quartalsmarke. AWS wächst um 28% — schnellster Sprung seit 15 Quartalen, Q1-Umsatz Amazon: 181,5 Mrd. USD. Während OpenAI um Liquidität ringt, verdienen die Hyperscaler am AI-Boom — als Vermieter der Infrastruktur, die ihre Kunden brennen.
Capex-Schock Meta zieht Investitionen auf 145 Milliarden hoch
Meta meldet 33% Umsatzwachstum (höchstes seit 2021) — die Aktie verliert dennoch sieben Prozent nach Börsenschluss. Grund: Capex-Prognose 2026 auf bis zu 145 Mrd. Dollar gehoben. Der Markt liest das nicht als Investition, sondern als Wette: Open-Source-Modelle plus eigene Compute-Infrastruktur ja — aber zu welchem Preis pro Aktionär.
Capability-Risk Claude Mythos zurückgehalten — Tausende Zero-Days
Anthropic enthüllt sein internes Frontier-Modell. Es entdeckte in Tests Tausende Zero-Day-Vulnerabilities in jedem großen Betriebssystem und Browser — darunter ein 27 Jahre alter OpenBSD-Bug. Das Modell wird bewusst nicht öffentlich verfügbar gemacht. Stattdessen Project Glasswing: Zugang nur für AWS, Apple, Cisco, CrowdStrike, Google, JPMorgan, Linux Foundation, Microsoft, NVIDIA, Palo Alto. Erstmals hält ein Frontier-Lab ein Modell wegen Capability-Risk zurück, statt es zu shippen.
Internationalisierung Sydney-Office offiziell eröffnet (27.04.)
Theo Hourmouzis übernimmt als General Manager Australia & New Zealand. Schritt zur weiteren Geographie-Expansion neben Tokio. Markt-Signal: Anthropic spielt das Enterprise-Geschäft global, während OpenAI die Margen verteidigen muss.
Kontext Claude Opus 4.7 weiter führend bei Coding-Benchmarks
Bereits am 16. April released, aber für die Wochenbewertung relevant: SWE-bench Verified 87,6% (vor Gemini 3.1 Pro mit 80,6% und GPT-5.5 mit 58,6% auf SWE-Bench Pro). Vision-Auflösung 3,75 MP statt 0,8 MP. Pricing unverändert (5 / 25 USD), aber neuer Tokenizer → 1,0–1,35x mehr Tokens für gleichen Input.
Release Llama API Limited Preview — 29. April
Meta hostet erstmals Llama selbst. One-Click-Key, OpenAI-SDK-kompatibel, Python/TypeScript SDKs, Fine-Tuning für Llama 3.3 8B. Wichtigster Punkt: kein Vendor-Lock-in — Modelle können exportiert und auf eigener Infrastruktur weitergehostet werden. Daten werden nicht zum Training verwendet. Klare Positionierung gegen OpenAIs verdoppelte API-Preise.
Robotics Gemini 3.1 Pro Robotics-ER für Entwickler
DeepMind macht das verbesserte Robotics-Modell für Entwickler über Gemini API + Google AI Studio verfügbar. Embodied Reasoning für reale Robotik-Anwendungen — physische Agenten verlassen das Labor. In Kombination mit Deep Research Max (93,3% DeepSearchQA, freigeschaltet 21.04.) baut Google das vollständigste Agent-Stack der Branche.
Voice xAI Grok 4.3 — Voice Cloning live (30.04.)
SuperGrok-Heavy-Nutzer können seit 17. April PDFs, Spreadsheets und PowerPoint direkt aus dem Chat generieren. Am 30.04. ergänzt: Voice-Cloning aus kurzen Aufnahmen, Voice-Catalog im xAI-Konsolen-Backend. Aggressives Pricing. Volles Rollout Mitte/Ende Mai. xAI macht Stimmenmanipulation zum Mainstream-Feature, während andere Anbieter dieselbe Technik aus Risikogründen einschränken.
Wer 2024 die besten Modelle hatte, gewann den Markt. Wer 2026 die billigste Infrastruktur betreibt, gewinnt ihn.
OpenAI verdoppelt Preise und kämpft trotzdem mit Compute-Verbindlichkeiten. Meta wirft 145 Milliarden in eigene Infrastruktur — und der Markt straft sie ab. Anthropic hält sein bestes Modell zurück, statt es zu monetarisieren. Die Hyperscaler verdienen leise im Hintergrund. Die einzige offene Frage: Wer überlebt die nächste Funding-Runde mit intaktem Geschäftsmodell — und wer wird übernommen?