OpenAI
Launch GPT-5.6-Familie: Sol, Terra, Luna — 9. Juli
OpenAI bringt drei Varianten in die allgemeine Verfügbarkeit: Sol (stärkste), Terra (Alltag) und Luna (schnell/günstig). Preise pro Mio. Token (In/Out): Luna 1 $/6 $, Terra 2,50 $/15 $, Sol 5 $/30 $. Auf Agents' Last Exam (55 Berufsfelder) setzt Sol mit 53,6 die neue Bestmarke — 13,1 Punkte vor Claude Fable 5. Laut OpenAI schlagen Terra und Luna Fable 5 zu rund einem Sechzehntel der Kosten.
Gegenpol Auf SWE-Bench Pro liegt Fable 5 klar vorn
Nicht überall führt OpenAI: Auf SWE-Bench Pro erreicht Claude Fable 5 80 %, GPT-5.6 Sol nur 64,6 %. OpenAIs Antwort ist keine bessere Zahl, sondern eine Benchmark-Kritik — geschätzt ~30 % der SWE-Bench-Pro-Aufgaben seien „kaputt". Wer Modelle einkauft, sollte Benchmarks künftig genauso hinterfragen wie die Modelle selbst.
Produkte ChatGPT Work & GPT-Live
ChatGPT Work (auf GPT-5.6) zieht Kontext aus Team-Tools zusammen und macht aus Notizen fertige Arbeitsergebnisse. Bereits am 8. Juli startete GPT-Live: eine neue Sprachmodell-Generation mit Full-Duplex — hört und spricht gleichzeitig, ersetzt die bisherige ChatGPT-Voice.
Anthropic
Feature Reflect — ein Dashboard, das zum Weniger-Nutzen anstupst (9. Juli)
Statt neuem Modell zeigt Reflect, wie viel Zeit man mit Claude verbringt — Themen, aktivster Tag, Peak-Stunde, Zeiträume 1/3/6/12 Monate. Verfügbar auf Free, Pro, Max bei aktiviertem Memory. Datenschutz: ignoriert Incognito-Chats, zieht keine Ursprungsdateien, klammert Health-Integrationen aus.
Kritik „Quietly selling you on AI"
TechCrunch liest Reflect gegen den Strich: Ein Tool, das einem vor Augen führt, wie unverzichtbar Claude im Alltag geworden ist, erhöht den psychologischen Wechsel-Aufwand. Ein Selbstkontroll-Feature wird so zum Lock-in-Mechanismus. Parallel zieht Claude Cowork in die Cloud — geräteübergreifend, läuft auch offline weiter.
Einordnung · Controller-Perspektive
Der Preis pro Token auf der Website ist nur die halbe Kostenwahrheit.
Die andere Hälfte ist, wie viele Token ein Modell pro Aufgabe verbrennt. Grok löst eine Coding-Aufgabe mit rund 16.000 Output-Token, wo Opus etwa 67.000 braucht — bei 6 $ je Mio. Output ein 4×-Kostenhebel, der auf keiner Preisseite steht. Dass sogar Google seine Gemini-3.5-Verschiebung mit „zu hohem Token-Verbrauch" begründet, zeigt: Wer KI-Kosten steuert, misst künftig Token-pro-Task, nicht Preis-pro-Token.